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"She´s half mexican, oh yeah, she´s half mexican."
Das meinten jedenfalls die freundlichen Amerikaner, die ich im Regionalexpress von Heidelberg nach Frankfurt am Main traf, und mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, weil ich zwischen ihnen und dem Kontrolleur erfolgreich als Dolmetscher fungierte. Selbstverständlich nahm ich die Gelegenheit wahr,
und fragte sie, ob sie Linda Ronstadt mögen,
was zwei von ihnen spontan zu obigem Ausruf veranlasste.
Das mit der Halbmexikanerin stimmt natürlich nicht so ganz, wurde Linda doch in der Westernstadt Tucson/Arizona als Tochter des Rinderzüchters Gilbert Ronstadt geboren
und ist zu 100% waschechte Amerikanerin, auch wenn sie niemals dem Klischee des Cowgirls entsprach.
Linda´s Bezug zu Mexiko ergibt sich aus ihrem Familienstammbaum, denn ihre Vorfahren stammen zu einem Teil aus Mexiko.
Im Hause Ronstadt wurde seit jeher die traditionelle Musik Mexiko´s gepflegt, da Linda´s Vater die mexikanischen Canciones sehr liebte
und Wert darauf legte, die Traditionen seiner Vorfahren an die nächste Generation weiterzugeben.
Später, in den achtziger Jahren, war es dann soweit, Linda Ronstadt nahm ihr erstes rein mexikanisches Album auf.
Der mexikanische Starproduzent Ruben Fuentes, der Linda´s ersten Longplayer mit mexikanischen Canciones zusammen mit Peter Asher produzierte, beauftragte Linda damals,
eine Liste von Liedern anzufertigen, die sie gerne einsingen würde. Als Linda ihm diese Liste schliesslich übergab, staunte Ruben Fuentes nicht schlecht, denn all diese Lieder waren Jahrzehnte alt und wurden in Mexiko schon gesungen, als man da noch gar kein Radio kannte.
Ruben wunderte sich, woher Linda all diese Songs habe und sie antwortete ihm, sie hätte sie von ihrem Vater bekommen.
Dies gab dann auch den Ausschlag für den Titel ihres ersten Albums mit nur mexikanischen Titeln, denn Canciones de mi Padre heisst original übersetzt Lieder meines Vaters.
Das Album wurde ein Riesenerfolg und die Tournee in der Tat zu einem wahrhaftigen Triumphzug.
Hier stand eine amerikanische Sängerin, die authentische mexikanische Canciones so authentisch wie eine echte Mexikanerin schmetterte.
Bereits vor ihren ersten Live - Auftritten als Latina im San Antonio Municipal Auditorium titelte die dort ansässige Tageszeitung San Antonio Light:
Die Stadt ist befallen vom Ronstadt Fieber"
1991 und 1992 folgten mit Mas Canciones und Frenesi zwei weitere Alben mit mexikanischen Canciones.
Für alle drei Alben erhielt Linda Grammy´s in den Kategorien Best Mexican/American Album und Best Tropical Latin Album.
2004 erschien die Compilation - Mi Jardin Azul: Las Canciones Favoritas - eine Sammlung von Linda´s mexikanischen Songs aus den Jahren
1976 - 1993 sowie eine DVD mit dem Titel A Romantic Evening in Old Mexico.
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